Nant de Drance, ein Pumpspeicherkraftwerk in grosser Höhe im Kanton Wallis in der Schweiz
Hintergrund
Mit der zunehmenden Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz gewinnt die Energiespeicherung immer mehr an Bedeutung. Während sich Grossbatterien rasch weiterentwickeln, entfällt nach wie vor über 90 % der bestehenden Speicherkapazität auf die Wasserkraft, wo ein einfaches Prinzip genutzt wird: Bei Stromüberschuss wird Wasser in höher gelegene Speicher gepumpt und bei steigender Nachfrage turbiniert wieder abgelassen.
Die Schweiz profitiert von einer Topografie – insbesondere den Alpen – die diese Technologie begünstigt. Eine entsprechende Anlage ist Nant de Drance, ein Pumpspeicherkraftwerk in grosser Höhe im Kanton Wallis. Es gehört unter anderem Alpiq, einem der drei systemrelevanten Energieversorger der Schweiz sowie langjährigem Partner und EIP Portfoliounternehmen.
Auf rund 2’000 Metern über Meer gelegen, nahm Nant de Drance im Jahr 2022 nach mehr als einem Jahrzehnt Planung und Bau den Betrieb auf. Mit einer Leistung von über 900 Megawatt ist das Kraftwerk zentral für die Stabilisierung des Stromnetzes. Gleichzeitig befindet sich die Anlage in Wechselwirkung mit empfindlichen alpinen Ökosystemen sowie mit den flussabwärts gelegenen Gebieten, die zunehmend klimabedingten Risiken wie Überschwemmungen ausgesetzt sind.
Massnahmen
Bereits während der Bauphase definierte Nant de Drance in enger Zusammenarbeit mit den Behörden sowie Umweltorganisationen wie WWF und Pro Natura 14 Umweltmassnahmen fest, um potenzielle Auswirkungen zu mindern oder auszugleichen.
In der unmittelbaren Umgebung der Staudämme am Lac d’Emosson konzentrieren sich die Massnahmen auf die ökologische Wiederherstellung. Dazu gehört beispielsweise die Renaturierung von während der Bauarbeiten beeinträchtigten Flächen wie der ehemaligen Baustelle in Le Châtelard, mit dem Ziel, lokale Lebensräume – etwa für Amphibien – wiederherzustellen.
Über das unmittelbare Projektgebiet hinaus werden auch Massnahmen auf regionaler Ebene umgesetzt und verbinden die Biodiversität mit Hochwasserschutz. Ein zentrales Element ist die Revitalisierung des Flusses Trient bei Vernayaz im unteren Talbereich. Durch die Verbreiterung eines rund 300 Meter langen Flussabschnitts wurde die Hochwasseraufnahmekapazität erhöht, was den Fluss bei Hochwasser stabilisiert, während gleichzeitig Feuchtgebiete und ökologische Korridore geschaffen wurden. Nant de Drance deckte die Kosten in Höhe von CHF 3.6 Millionen aus dem Betriebsbudget.
Diese Massnahmen sind Teil eines umfassenderen Hochwasserschutzprogramms für die Bevölkerung der Gemeinden Vernayaz und Martigny, das nach den Überschwemmungen im Jahr 2023 definiert wurde.
Ergebnis
Durch die Kombination von standortbezogener ökologischer Sanierung und regionalen Hochwasserschutzmassnahmen tragen die Umweltmassnahmen von Nant de Drance sowohl zur Förderung der Biodiversität als auch zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit lokaler Gemeinschaften gegenüber Naturgefahren bei.
Hinweis: Die Fallstudie dient nur zur Veranschaulichung. Die Beteiligungen können sich ändern. Es handelt sich hierbei nicht um eine Anlageberatung zum Kauf oder Verkauf der vorgestellten Wertpapiere.
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